Intentional Camera Movement – Künstlerische Fotoeffekte durch kreative Unschärfe

Intentional Camera Movement (ICM) – was ist das überhaupt?

Normalerweise geht es ja in der Fotografie sehr oft um Schärfe – scharf stellen, nicht verwackeln, Schärfentiefe, auf den richtigen Punkt scharf stellen….in diesem Blog-Artikel nicht! Ganz im Gegenteil….!

In diesem Artikel geht es um Intentional Camera Movement, also um absichtliche Kamerabewegungen während der Aufnahme…ein toll klingender englischer Name für etwas, das viel Spaß und coole Bildeffekte bringt!

Denn im Unterschied zu einem versehentlich verwackelten Foto, sehen solche Bilder -wenn alles klappt- richtig toll und künstlerisch aus, beflügeln die Phantasie des Betrachters und erinnern an abstrakte Malerei.

Wie muss ich meine Kamera einstellen für ICM?

Modus: fotografiere im Tv- oder S- Modus (=Zeitvorwahl ). So kannst du selbst die Verschlusszeit der Kamera bestimmen. Der Belichtungsmesser deiner Kamera stellt dazu den passenden Blendenwert ein, damit das Bild dann richtig belichtet wird.

Wenn du den manuellen Modus beherrschst, geht es natürlich auch damit.

Da wir die Kamera ja absichtlich während des Auslösens bewegen wollen, brauchen wir eine möglichst lange Belichtungszeit, um für die Bewegung genügend Zeit zu haben. Starte mit 1/8s als Richtwert und probiere unbedingt verschiedene (längere+kürzere) Zeiten aus. Je nachdem wie lange du die Belichtungszeit gewählt hast und wie schnell du deine Kamera bewegst, ergeben sich unterschiedliche Unschärfeeffekte.

ISO-Wert: auf den niedrigsten Wert einstellen. Schalte die ISO-Automatik aus.

Objektiv: Leichte Telebrennweiten funktionieren oft besser als Weitwinkel. Aber auch hier gilt: probiere es einfach aus.

Was ist sonst noch zu beachten?

Bei Langzeitbelichtungen sind wir ausnahmsweise froh, wenn das Wetter eher trüb und dunkel ist, denn bei strahlendem Sonnenschein ist es fast unmöglich, sehr lange Belichtungszeiten zu erreichen. Wenn dein Bild also zu hell (= überbelichtet) ist, nutze einen Graufilter oder mach dich abends auf den Weg.

Plakative Farben und gute Kontraste steigern die Bildwirkung. Achte deshalb auf entsprechende Motive und gib deinem Bild durch Bearbeitung von Tonwerten, Kontrast, Dynamik und Ausschnitt hinterher noch den Feinschliff.

Wie entsteht der coole Effekt auf den Bildern?

Die Theorie: Während der Verschluss der Kamera geöffnet ist, wird die Kamera bewegt. Dadurch entstehen unterschiedliche Bewegungsmuster auf dem Foto, je nach Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung . Ist der Verschluss lange geöffnet, entstehen längere „Striche“, als bei kurzer Verschlusszeit.

Die Praxis: Hoch, runter, nach links und rechts, drehen oder eine Kombination aus allem….am besten fängst du zuert mit der Bewegung an und drückst dann erst irgendwann den Auslöser.

Schau auf dein Bild-Ergebnis und überlege, welche Bewegungen dir am Besten gefallen. Versuche, diese Bewegung zu perfektionieren und dem Motiv anzupassen. Spiele mit der Verschlusszeit und probiere Weitwinkel und Teleobjektiv aus.

Was kann man falsch machen bei ICM?

Es gibt kein richtig oder falsch, aber mit folgenden Tipps klappt es besser:


Bild zu hell:
falls du ein dunkles Motiv gewählt hast, „denkt“ der Belichtungsmesser, er muss aufhellen. Korrigiere dann die Helligkeit mit der Belichtungskorrektur. Wenn du nicht weisst, wie das geht, lies: Werden deine Fotos manchmal zu dunkel
oder: dein Bild ist überbelichtet, weil es für deine lange Belichtungszeit gerade zu hell ist. Nutze einen ND-Filter um Licht weg zu nehmen oder warte einfach, bis es dunkler wird.

Bewegung kaum zu erkennen:
die Belichtungszeit ist zu kurz gewählt
oder
du hast die Kamera zu langsam bewegt.

Bild sieht langweilig aus:
am besten funktionieren kontrastreiche, bunte Motive.
Bei erdigen Farbtönen und einfarbigen Motiven
ist der Effekt oft nicht gut zu erkennen, oder es sieht uninteressant aus.

und für alle, die sich jetzt fragen:

Was ist der Sinn des Ganzen?

Beschäftigung mit Farbe und Kontrast, Stimmung erzeugen und den Betrachter mit Ungewohntem überraschen, spielerischer Umgang mit Belichtungszeit und Kameratechnik….aber vor allem Spaß!!

Mach mit!

Egal, ob du versuchst die Farbe deines Tages zu finden, deine Stimmung auszudrücken oder ob du einfach ein bisschen Abwechslung in deinen Foto-Alltag bringen willst, leg los und schwenke, drehe, bewege, schüttle….

Wir freuen uns über deine Bildergebnisse unter diesem Blogbeitrag und auf Instagram oder Facebook. Verlinke uns dort dann unbedingt mit #knipsakademie, damit wir die Fotos auch wirklich sehen.

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