Werden Deine Fotos manchmal zu dunkel?

 

Du fragst Dich vielleicht, warum Du Dich mit der Belichtungskorrektur überhaupt beschäftigen sollst? Schließlich hat die Kamera ja eine automatische Belichtungsmessung, die errechnen kann, wie hell oder dunkel das Bild werden soll. Stimmt! Und in den meisten Fällen klappt das auch sehr gut. Trotzdem gibt es Bilder, die einfach zu dunkel werden, obwohl genug Licht da war. Und andere Bilder werden einfach zu hell…

Was kann ich mit der Belichtungskorrektur machen?

Mehr Kontrolle über die Belichtung: die Kamera geht immer davon aus, dass Dein Bild eine durchschnittliche Helligkeitsverteilung hat – also gleich viele helle und dunkle Bereiche im Bild vorhanden sind (wie bei einem mittleren Grau). Wenn Dein Motiv aber nicht durchschnittlich ist, dann musst Du eingreifen und die Belichtung korrigieren.

Wenn Dein Bild zu dunkel ist: wenn Du z.B. viel Himmel im Bild hast, in die Sonne fotografierst oder auch nur eine Schneelandschaft aufnimmst, gibt es viele sehr helle Bildteile. Die Berechnung der Kamera führt dann oft dazu, dass Dein Bild zu dunkel wird. Du stellst also eine Überbelichtung / positive Belichtungskorrektur (z.B. +1) ein.

Wenn Dein Bild zu hell ist: beim Sonnenuntergang überwiegen die dunklen Töne im Bild, deshalb kommt der Belichtungsmesser zu dem Ergebnis, dass er das Bild aufhellen muss. Durch Korrektur in Richtung minus / Unterbelichtung bekommst Du kräftigere Farben und schöne schwarze Schatten.

Perfekt belichtete Portraitaufnahmen: da bei Portraitaufnahmen die Person der wichtigste Teil im Bild ist, ist es wichtig, dass das Gesicht korrekt belichtet ist, auch wenn die Person z.B. im Schatten oder vor einer hellen Wand steht. Das kann Unterbelichtung oder Überbelichtung bedeuten – je nachdem, wie Dein Bild gestaltet ist.

 

 

Wie geht das?

Wenn Du nach Deiner Aufnahme im Display siehst, dass Dein Motiv zu hell oder zu dunkel ist, solltest Du eingreifen und die Aufnahme mit eingestellter Belichtungskorrektur nochmal fotografieren. Bei den meisten Kameras bezeichnet dieses Symbol die Belichtungskorrektur: 

Korrektur in Richtung plus macht Dein Bild heller, in Richtung minus dunkler. Die Korrektur funktioniert meist in Drittel Blendenstufen. Das heißt, wenn Du +1 einstellst, korrigierst Du den Wert um eine Blende in Richtung heller.

Tipp: wenn Du im Liveview fotografierst, siehst Du auf dem Display schon während Du die Belichtungskorrektur ausführst, wie sich Dein Bild verändert und wann die Helligkeit richtig ist. Manchmal sieht ein Motiv sowohl heller, als auch dunkler gut aus.

Was brauche ich dafür?

Eine Kamera mit der Möglichkeit zur Belichtungskorrektur.

Los geht`s:

Such Dir einen schönen Baum. Fotografiere von unten gegen den Himmel die Zweige.

Fotografiere vom selben Standpunkt immer das gleiche Bild, wobei Du jeweils die Belichtungskorrektur um 0,3 bis 1,0 änderst. Zuerst in Richtung plus und dann in Richtung minus. Schau auf Deinem Display die unterschiedlichen Bilder an….was gefällt Dir am besten ?

Fotografiere verschiedene Varianten….variiere Ausschnitt, Perspektive, Brennweite….und zeig uns Deinen Baum hell, dunkel oder neutral belichtet – so, wie er Dir am besten gefällt!

Wir freuen uns auf Dein schönstes Bild hier direkt unter dem Text in den Kommentaren.

5 Kommentare zu “Werden Deine Fotos manchmal zu dunkel?

  1. Cornelius Gaida

    Vielen Dank für die Info! Wie macht man dann ein sog. ‚High Key‘ oder ‚Low Key? Mir ist klar, dass man entsprechend stark die Belichtung korrigieren muss. Aber was noch??? Meine xkey- Bilder werden nicht gut. Welche Motive/Lichtsitzationen eignen sich jeweils dafür? Ist das ein (mögliches) Kursthema? Danke und Grüße Cornelius

    1. Gil De Sousa

      Beim High-Key Bild ist es ideal, wenn der Hintergrund noch heller ist, als Dein eigentliches Motiv. Wenn Du den Hintergrund selbst anleuchten kannst (z.B. mit einem Blitz), dann ruhig 1 Blende mehr Licht, als für den Vordergrund einstellen. Außerdem sollte das Gesicht bei einem High Key Portrait möglichst wenig Schattenspiel aufweisen (also mit großer Lichtquelle gleichmäßig ausgeleuchtet sein). Beim Low Key Portrait ist es genau anders herum – hier möchte man ein Licht- und Schattenspiel sehen – also harte Kontraste und einen fast schwarzen Hintergrund. Wir üben das z.B. in unserem Kurs Portraitfotografie aber teils auch beim Aufbau-Kurs und Grundlagen 2 Kurs.

  2. Simone Hosemann

    Ich finde es toll, dass man selbst nach dem Kurs immer wieder solche kleinen Infos von euch bekommt. Vielen Dank dafür!

  3. Angelika Manz

    Möchte mich Simone Hosemann anschließen, eure Info´s sind einmalig und freue mich immer wieder, wenn ich diese bekomme.
    Vielen lieben Dank dafür!

Bei Nutzung der Kommentar-Funktion erklärst Du Dich mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden. Du kannst Deine Zustimmung jederzeit widerrufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.