Suche das Besondere im Alltäglichen – abstrakte Motive fotografieren

Wenn wir im Urlaub einen fremden Ort entdecken, fällt es uns leicht, spannende Fotomotive zu sehen. In der gewohnten Umgebung ist die Herausforderung ungleich größer, da wir dort unser Umfeld nicht mehr als besonders spannend empfinden.

Heute üben wir deshalb erst mal „sehen lernen“! Auch wenn Du jetzt denkst „sehen kann ich doch?“ – das fotografische Sehen ist tatsächlich etwas, das man üben kann, um dann überall tolle Motive zu entdecken.

Fotografieren bedeutet ja auch Hinschauen, Neues zu entdecken und Dinge anders zu zeigen, als der gewohnte Seheindruck. Wenn man sich Zeit nimmt, findet man gerade im Alltäglichen spannende Strukturen und kann daraus besondere Bilder schaffen.

Aufgabe: suche abstrakte Motive und fotografiere sie spannend

Schau genau hin, suche Strukturen und besondere Ausschnitte. Spiele mit der Schärfentiefe und der Perspektive.

Mach am besten mehrere Fotos von jedem Motiv, aus verschiedenen Richtungen und mit verschiedenen Ausschnitten. Denk daran, Du sollst keine Dokumentation des Gegenstandes fotografieren, sondern es soll abstrakt wirken, also nicht auf den ersten Blick erkennbar sein. Wichtig ist, nicht das Ganze anzuschauen, sondern sich wirklich nur auf Farben, Formen, Strukturen und Muster zu konzentrieren.

Bildgestaltung:

Versuche das Bild bewusst aufzubauen und denke an die Drittelregel. Wenn das Motiv nicht symmetrisch ist, empfinden wir normalerweise Bilder spannender, wenn sich das Hauptmotiv nicht in der Mitte befindet.

Die Galerie wurde nicht gefunden!

Dazu kannst Du Dir auch unseren Blogbeitag „Wie Du mit der Drittelregel Deine Bilder spannender gestalten kannst“ durchlesen.

Spiele mit der Perspektive. Fotografiere von oben und unten und halte die Kamera auch mal schräg. Wenn Du parallel zum Motiv stehst, liegt es flach vor Dir, wenn Du schräg zum Motiv stehst, geht es eher in die Tiefe.



Gestalte bewusst mit Schärfentiefe. Es kann toll aussehen, wenn Du mit kleiner Schärfentiefe einen Teil des Motivs betonst, aber auch wenn Dein Motiv von vorne bis hinten scharf abgebildet ist. Eine große Schärfentiefe lässt das Bild oft flacher und weniger plastisch wirken.
Wenn Du nicht weißt, wie man eine kleine Schärfentiefe bekommt, kannst Du das auch erst einmal in unserem Blogartikel „So hebst Du mit kleiner Schärfentiefe eindrucksvolle Details hervor“ nachlesen.

Überlege immer bewusst, was der wichtigste Teil des Motivs, also Dein Hauptmotiv ist und ob Du nicht vielleicht noch etwas Unwichtiges weg lassen könntest, um das Foto ruhiger zu gestalten.

Kameraeinstellungen:

Modus: Da sich dein Motiv nicht bewegt und Du mit der Schärfentiefe gestalten möchtest, wählst Du den A bzw Av Modus. Um eine große Schärfentiefe zu bekommen, wählst Du eine große Blendenzahl, um eine kleine Schärfentiefe zu bekommen, wählst Du eine kleine Blendenzahl.

Für einen guten Ausschnitt wirst Du wahrscheinlich an viele Motive sehr nah ran gehen und mit einer längeren Brennweite fotografieren. Das sind auch beides Faktoren, die Du für eine kleine Schärfentiefe brauchst.
Deshalb schau genau hin, wenn Du im Display Dein Bild kontrollierst und pass auf, dass Du nicht versehentlich eine zu kleine Schärfentiefe bekommst. Wenn die Schärfe nicht das ganze Motiv umfasst, wie Du es Dir vorgestellt hast, nimm einfach eine etwas höhere Blendenzahl. Dadurch bekommst Du dann eine größere Schärfentiefe.

Iso Wert: Auto.

Licht: Achte darauf, dass Du nicht selbst einen Schatten auf Dein Motiv wirfst. Besser ist es, wenn Dein Motiv Licht vom Fenster abbekommt.

Scharf stellen: Überlege, was der wichtigste Teil im Bild ist und stimme die Bildschärfe darauf ab. Dazu stellst Du Deine Kamera am besten so ein, dass Du nur ein Autofokus-Messfeld hast, das Du selbst dahin verschieben kannst, wo Du Deine Schärfe haben möchtest.

Tipp: bei Objektiven gibt es immer einen Mindestabstand. Wenn Du also nicht scharf stellen oder nicht auslösen kannst, bist Du wahrscheinlich zu nah am Motiv.

Mach mit!

Fotografiere mehrere Varianten von jedem Motiv und überlege nach jedem Auslösen, ob Du noch etwas verbessern kannst. Such dann aber konsequent nur die besten Fotos aus und zeig uns Dein schönstes Bild unter diesem Artikel.

Da es darum geht, statt Trübsal zu blasen lieber zu fotografieren: bitte lade kein Bild aus Deinem Archiv hoch, denn wir wollen ja jetzt zusammen fotografieren.

Wir freuen uns auf viele rätselhafte, abstrakte Objekte!

Hast Du Lust auf mehr bekommen?
Dieser Blogpost ist ein Teil unserer Artikelserie zu fotografischen Themen und Aufgaben rund um Dein Zuhause. Die komplette Liste findest Du hier.

Du fotografierst gerne, aber Blende, Schärfentiefe und ISO sagen Dir noch nicht viel?
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3 Kommentare zu “Suche das Besondere im Alltäglichen – abstrakte Motive fotografieren

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