Stimmungsvolle Portraitfotografie in schwarz-weiß

Lernen am Küchentisch, Homeoffice im Esszimmer, besonders lecker kochen, Spielen mit Oma per Skype oder gemütlich Lesen – wie verbringt Ihr denn gerade die Zeit zuhause?

Meistens fotografieren wir nur in besonderen Momenten, auf Feiern, im Urlaub. Dabei besteht doch unser Leben überwiegend aus Alltag. Warum also nicht auch einmal diesen Alltag in Bildern festhalten?

Aufgabe: Fotografiere Alltags-Portraits in schwarz-weiß

Egal, ob Kind, Partner oder Haustier….versuche unbemerkt und mit Abstand zu fotografieren, so dass Dein „Model“ erst einmal mit seiner eigentlichen Tätigkeit weiter macht. Damit bekommst Du ungestellte und natürlichere Aufnahmen.

Wenn Du als „Paparazzi“ bemerkt wirst, bitte Dein Model einfach mit der momentanen Tätigkeit weiter zu machen. Viele Menschen sind ja etwas gehemmt vor der Kamera und wirken natürlich, wenn sie etwas zu tun haben.

Im zweiten Schritt kannst Du dann Dein Model ansprechen und versuchen, Bilder mit Blick zur Kamera zu fotografieren.

Wieso Schwarz-Weiß?

Wenn die Farbe fehlt, lebt das Bild nur durch Kontraste und Strukturen, sieht künstlerischer aus und hat noch den großen Vorteil, dass unterschiedliche Lichtquellen keinen Farbstich verursachen können. Bei Portraits wirkt der Hautton nebenbei auch noch schon gleichmäßig.

Natürlich könnte man das Bild auch hinterher noch in der Nachbearbeitung schwarz-weiß machen, aber wenn Du es bei der Aufnahme schon an der Kamera einstellst, kannst Du Dich direkt besser auf Licht und Schatten konzentrieren.
Wer Raw Dateien fotografiert, hat in der Bilddatei die Farbinformationen sowieso erhalten und kann das Foto in der Nachbearbeitung auch wieder farbig bekommen.

Was muss man für Portraitfotos zuhause beachten?

Licht: fotografiere tagsüber und versuche das vorhandene Licht einzufangen. Ideal ist, wenn Licht vom Fenster auf das Gesicht fällt.

Hintergrund: viele erkennbare Details im Hintergrund lenken von der Person ab und machen das Foto unruhig. Versuche also, den Hintergrund durch kleine Schärfentiefe unscharf zu bekommen, oder räume alles was Unruhe ins Bild bringt weg. Oft reicht aber schon ein kleiner Schritt zur Seite, ein etwas anderer Blickwinkel, um den „Störenfried“ unsichtbar zu machen.

Da Du ja Alltag zeigen möchtest, wirkt es schnell steril, wenn die Wohnung zu aufgeräumt aussieht. Zeig ruhig, dass Leben zuhause stattfindet 🙂

Bildgestaltung: oft empfinden wir Bilder als langweilig, wenn sie immer aus gleicher Höhe und mit dem Hauptmotiv in der Mitte fotografiert sind.
Versuche also den Betrachter durch neue Blickwinkel zu überraschen und denke z.B. an die Drittelregel, schaffe einen Vordergrundrahmen, fotografiere aus Frosch oder Vogelperspektive…. sei kreativ und experimentiere!

Kameraeinstellungen:

Iso-Wert: Auto

Modus: Da sich unser Motiv nicht (oder nur sehr gering) bewegt, fotografiere im Av-/ A- Modus und wähle eine kleine Blendenzahl. Damit bekommst Du eine kleine Schärfentiefe, so dass die Details im Hintergrund nicht so scharf abgebildet werden (und fängst nebenbei auch noch möglichst viel Licht ein). Beachte, dass diese Einstellung nicht funktioniert, wenn Du Actionbilder machen möchtest und das Motiv sich stark bewegt.

Brennweite (Objektiv): Fotografiere mit einer Telebrennweite (Bei Vollformatkameras ist das eine höhere Brennweite als 50mm). Die Zahlen, die auf Deinem Objektiv stehen, geben die Brennweite an (z.B. 18-55mm). Orientiere Dich bei den höheren Zahlen.
Eine lange Brennweite hat auch den Vorteil, dass Du Abstand zu Deinem Model halten kannst und sorgt – zusätzlich zur kleinen Blendenzahl – auch nochmal für eine kleine Schärfentiefe.

Scharf stellen: Stelle auf die Augen scharf. Dazu stellst Du Deine Kamera am besten so ein, dass Du nur ein Autofokus-Messfeld hast, das Du selbst dahin verschieben kannst, wo Du Deine Schärfe haben möchtest.
Wenn Deine Kamera „Augenerkennung“ hat, dann nutze diese.

Belichtung: achte darauf, dass das Gesicht der Person korrekt belichtet ist und korrigiere die Helligkeit, wenn nötig, mit der Belichtungskorrektur. Der Rest des Bildes kann dadurch auch mal zu hell oder zu dunkel sein.

Schwarz-Weiß: stellt man bei unterschiedlichen Kamerasystemen an unterschiedlichen Stellen im Menü oder Quickmenü ein. Es heisst z.B. Bildstil, Kreativmodus, Picture Control und dann die Einstellung Monochrom oder schwarz-weiß.

Mach Mit!

Normalerweise freuen wir uns immer über Bilder unter unseren Posts. Da wir aus Datenschutzgründen aber keine Portraits online posten möchten, wünschen wir Euch heute nur GANZ VIEL SPASS! ….. freuen uns aber auch über Rückmeldungen zu Euren Erfahrungen in Textform.

Hast Du Lust auf mehr bekommen?
Dieser Blogpost ist ein Teil unserer Artikelserie zu fotografischen Themen und Aufgaben rund um Dein Zuhause. Die komplette Liste findest Du hier.

Du fotografierst gerne, aber Schärfentiefe, Belichtungskorrektur und ISO sagen Dir noch nicht viel?
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